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HELLO WORLD / BILDER

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Am 17. September findet in Klein Zschocher eine dezentrale Ausstellung, oder auch ein Happening statt. Anlaufpunkt wird der Innenhof der Alten Handelsschule in der Gieβerstraβe 75 sein.
Dieses Geschehen trägt den Titel Helloworld / 51º 18' 50'' N, 12º 19' 20'' O in Anlehnung an die erste Zeile, die man schreibt um seinen programmierten Code zu testen.
In verschiedensten Gebäuden, sowie im öffentlichen Raum werden Installationen und Performances zu sehen sein. Das Stadt-Viertel wird zu einem Spielfeld.
Die Besucher werden von Inszenierung zu Inszenierung geleitet- Straβenzüge werden zum Bühnenbild, Architektur wird mit Leben angereichert. Interaktionen und Partzipation der Teilnehmenden wird ein wichtiger Bestandteil des Ablaufes sein. Bei der Planung und später in der Organisation stellte sich die Frage, wie wir Erfahrungsräume und Interaktion aus der digitalen Welt in unsere 'reale' (zurück) holen können. Wie würde es aussehen, wenn wir unsere Umgebung mit dem füllen, was wir sonst nur virtuell erleben?
Digitales Leben statt Internet.
In einer verkehrten Welt kommt nur voran, wer rückwärts geht.
Die KünstlerInnen nutzen die Möglichkeiten, welche die Umgebung ihnen bietet. Die 'Kunstwerke' werden vor Ort entwickelt oder werden in ortspezifische Zusammenhänge gestellt.

Klein Zschocher als Spielraum:

Iwan Chtcheglov verfasste 1953 sein 'Formluar für einen neuen Urbanismus': Die Stadt wie sie ist und wie sie sein könnte. Wir nehmen uns seiner Ideen an und verwandeln den Stadtteil Klein Zschocher in ein [X-./.] !
Durch eine eintägige Praxis:

17. September 2016 / 12.00-00.00 / 51º 18' 50'' N, 12º 19' 20'' O

We don't intend to prolong the mechanistic civilizations and frigid architecture that ultimately lead to boring leisure. We propose to invent new, changeable decors.
/ Chtcheglov

1953... Old times, good times?

Natürlich lesen wir das Dokument als eine Zeitkapsel. Wir können die Stadt nicht mehr 'verwandeln'- es steht fest. Die Stadt, das Zentrum und Treffpunkt verschwinden mit dem Auftauchen der digitalen Bewegung. Individualisierte selbstorganisierte Routen führen durch die Struktur, die wir Stadt nennen. Sie führen uns zu Phantom-Inseln: Räumen, die wir aufsuchen, um dort zu leben. Zwischen diesen Räumen liegt jedoch eine vergessene unangetastete Materie, der wir uns immer weniger nähern, da wir sie eben nicht verwandeln können.

Es gibt die Entwürfe der utopischen Stadt, der ludologischen Stadt der Zukunft: Architektur-Visionen.

Präparierte Spielgelände erscheinen wie Felder von Artefakten, deren Nutzung niemand zu verstehen scheint. Fitness für Rentner und Schaukeln für Kinder. Es gibt sonst Ludotheken und Freizeitparks: Territorien des Amüsements, die man gezielt aufsuchen muss. Diese Wege möchten wir löschen und Erfahrungsräume in reale lebensnahe Umgebungen zurückführen.

Pflanzt in der Mitte eines Platzes einen mit Blumen bekränzten Baum auf, versammelt dort das Volk, und ihr werdet ein Fest haben. Oder noch besser: Stellt die Zuschauer zur Schau, macht sie selbst zu Darstellern, sorgt dafür, dass ein jeder sich im anderen erkennt und liebt, dass alle besser miteinander verbunden sind.
/ Rousseau

Es klingt sehr naiv und dort bleiben wir nicht stehen.
Die Welt ist komplex. Wir benötigen sehr viel um eine solche Situation zu ermöglichen.
Für uns bedeutet es letztendlich, dass wir den Begriff 'Prosument', also Produzent und Konsument in einer Person vereint, aufgreifen. Es bedeutet, dass wir die Grenze zwischen Minigolfplatz und Speaker's Corner auflösen und beides in einen Topf werfen.

Da ein Erfahrungs- und Spielraum aber mehr bedarf als der Aufstellung einiger Geräte und Materialien, versuchen wir an diesem Tag eine Gruppe zu konstruieren, die sich gemeinsam einen Ort erschafft.

Die Arrangements und Dinge,die Kunst also, die auftauchen wird, soll einen Rahmen schaffen, um dies zu ermöglichen.

In diesem Sinne ist die Ausstellung ein Film-Set, dessen Grenzen flüssig werden. Zusammengehalten wird sie durch die Bewegung der Besucher*innen.



LIVE RADIO STREAM 14-20 UHR:

Den Radio Live Stream realisierten Radio Corax & bauhaus.fm. Dank an Radio BLAU für die Übernahme!

Hier die Stunde (14 bis 15 Uhr) auf Radio BLAU als Video:



Hier der 8-stündige Audio-Mitschnitt:


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